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Umzug in mein neues Revier und Freigang
"Eines Tages bekam meine Dosi eine schlimme Nachricht: Das Haus war verkauft
worden! Der neue Besitzer hatte sich schon bei der Hausbesichtigung gründlich
daneben benommen und war allen unsympathisch. Die schlimmsten Befürchtungen
sollten sich bald bewahrheiten. Wir hatten alle für eine ziemlich geringe
Miete gewohnt- die heftige Mietserhöhung kam bald. Schlimmer waren aber die
Versuche die Mieter zu schikanieren. Ein Kinderwagen im Hausflur? Hatte nie
jemanden gestört, jetzt verboten. Die langjährige Putzfrau wurde umgehend
entlassen, sollten die Mieter doch selber putzen (inklusiv des über achtzig
Jahre alten Ehepaars, das vorher die Hausverwaltung übernommen hatte). Usw.
usw. Vor allem die alten Leute hatten arg zu leiden. Immer neue Pläne mit dem
Ziel die -immer noch zu wenig einbringenden- Mieter loszuwerden.
Nun, Dosi überlegte ja schon länger mal nach einer größeren Wohnung zu
schauen. Sollte Heini - so nannte Dosi ihn immer, wenn auch nicht in dessen
Anwesenheit *feigwar* - doch zu seinem Willen kommen. Ein Auto hatte sie
inzwischen auch und mit Hilfe des Mietervereins kam sie dann (nach etlichen
Drohbriefen über die die Leute vom Mieterverein nur lachen konnten- Dosi war
weniger zum lachen zumute) ohne finanzielle Einbußen davon.
Also wurde eine neue Wohnung gesucht.
Diesmal bei einem Bauverein, denn Dosi hatte genug vom privat wohnen. Nun, die
Wohnung hat Dosi dann quasi im Geiste mit meiner Hilfe ausgesucht:
Möglichst im Erdgeschoß sollte sie sein *g* , möglichst weiterhin in
Norderstedt und nahverkehrsmäßig gut erreichbar, möglichst weit weg von einer
großen Straße und mit einer interessanten Sicht nach beiden Seiten. Mit einem
extra Schlafzimmer so das Dosi mich auch mal aussperren kann *empörtbin* und
möglichst ohne Teppichboden.
Die passende Wohnung fand sich dann recht schnell- auch noch finanzierbar weil
der Block äußerlich ziemlich renovierbedürftig aussah. Aber nachdem die
Wohnung schön gestrichen und eingerichtet war, war das eher nebensächlich.
Auch wurde schon beim Einzug die Renovierung des gesamten Blockes in Aussicht
gestellt. Das soll nun Mitte März auch tatsächlich beginnen.
***
Schön ist die neue Wohnung! Das übergroße Fenster im Schlafzimmer hat Blick
auf die Eingänge vom nächsten Block- immer was los! (Ich weiß gar nicht, warum
Dosi abends immer die Vorhänge zumacht.) Zunächst bin ich mit Dosi dann auch
wieder an der Leine spazieren gegangen. Die Leute mussten sich - wie schon
beim ersten Mal - an Dosis Anblick gewöhnen. Schließlich gibt es das nicht so
oft, eine Dosi die von ihrer Katze an der Leine geführt wird *g*
Bange war Dosi, was wohl die Nachbarn über mich sagen würden. Alle waren aber
super lieb- oft fragen die Nachbarn wie es mir geht und gestreichelt werde ich
auch von manchen *KatzeimKorbbin. grins* Bei meinen Lieblingsnachbarn setze
ich mich manchmal vor die Haustür in der Hoffnung, dass die Tür aufgeht...
Ich hab dann immer mehr gedrängelt, wollte auch wie die Nachbarskatzen ohne
Leine raus. Dosi hat dann irgendwann mal tief Luft geholt und die Leine
abgemacht. War das fein! Spazieren gehen mit Dosi ohne Leine bringt noch viel
mehr Spaß! Und die Leute haben sich auch bald an eine Dosi die abends rufend
durch die Gegend läuft gewöhnt. Manchmal gaben sie dann Tips oder Kinder haben
mit suchen geholfen...
Schwierigkeiten gab es aber mit dem Wetter: Schien die Sonne und Dosi hat mich
morgens raus gelassen bin ich oft nicht rechtzeitig wieder an Land gekommen.
Oder hab mit Dosi eine Runde gespielt: Ich setze mich in einen Busch und schau
interessiert, was Dosi alles macht um mich da raus zu bekommen. Ich weiß gar
nicht warum sie dann auf die Uhr geschaut und " ich muss zur Arbeit Du Aas"
gemurmelt hat!
Manchmal hat es dann angefangen zu regnen und wenn es dann auch noch kühl
wurde habe ich ab und an eine Blasenentzündung bekommen. Wohl eine Folge
meines leichten Katzenschnupfens. Und wenn es zuerst regnete und später besser
wurde und Dosi mich drin behalten hat fand ich das überhaupt nicht witzig und
hab ausprobiert wo man außer der Katzentoilette noch einen See hinterlassen
kann... Hat sich gelohnt, denn jetzt habe ich meine Katzenklappe und kann
jederzeit raus wann ich will. Heute war das Wetter ganz saumäßig schlecht und
dann verschlafe ich auch schon mal den ganzen Tag. "
***
Nachtrag: Klärchen wurde am 08.06.2004 übergefahren.
Bedingt durch die Baustelle am/im Haus wurde das gesamte Umfeld zerstört- der
einzige übrig gebliebene Busch der ihr draußen noch Sicherheit vor ihrer
Feindin Fee bot war leider direkt an der Straße... Klärchen war nicht das
einzige Baustellenopfer. Eine Nachbarin einen Block weiter hatte wg. der
monatelangen Sanierung ihre Katze zu ihren Eltern gebracht. Die haben sie
leider raus gelassen, sie hatte Zoff mit dem Nachbarskater und verschwand- für
immer. Wie man´s macht...
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