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Zwillinge!!!

Mitte Juli zog ich nun also, mit Kennel und Handschuhen "bewaffnet" heimlich auf die Wiese. Warum heimlich? Ich hatte keinerlei Lust auf einen hysterischen Anfall von J. M.- (die arme Mutter, die armen Kleinen!) deren Ansichten  ich schon damals als absolut veraltet, rührselig und vermenschlichend beurteilte. Was nützt es den Kleinen, wenn sie ein paar Wochen länger bei der Mutter bleiben und sie dafür statt ein Leben in Wärme und Geborgenheit eine höchst ungewisse Zukunft erwartet?

Nichts desto trotz war ich zu dem Zeitpunkt recht unsicher ob es wohl richtig war was ich da tat. Zum Glück kenne ich einige Leute die jahrelange Erfahrung mit dieser Situation hatten und von denen ich wusste, dass sie mir jederzeit mit Rat zur Seite stehen würden.  Auch waren natürlich Casey und Fritz  eine weitere Unsicherheit- wie würden sie auf Nachwuchs reagieren? Sie sind Dauerschnupfer, was, wenn die Kleinen sich anstecken oder von vornherein krank sind? Ich handelte auf eigene Verantwortung, war mir natürlich auch bewusst, dass eventuelle Tierarztkosten auf mir sitzen bleiben würden. Und wenn ich sie nicht vermittelt bekam? Deshalb wollte ich nur zwei nehmen, mehr waren auf längere Zeit finanziell und platzmäßig nicht drin.

Nun, ich hatte Glück- alle, absolut alle meine Befürchtungen lösten sich nach und nach in Luft auf!

In der Strohscheune flitzten die Kleinen wieder in die Höhlen- nur unter dem besagten Brett gab es Laute- leises ppü kam darunter hervor. Zum ersten Mal hörte ich Katzen "spucken"- bei so kleinen klang es einfach nur niedlich. Ich hob das Brett an- und darunter saßen zwei kleine "spuckende" Tigermädchen- eins wie das andere ohne jegliches Abzeichen. Sie wanderten protestierend in den Kennel und ich fuhr erstmal umgehend zu meinem Tierarzt wo ich mit Futter, Flohmittel und Wurmkuren versorgt wurden. Die Kleinen (lt. TA ca. 6-7 Wochen alt) wurden abgehorcht, die eine hatte leicht unregelmäßig Herztöne was sich laut Doc aber noch verwachsen konnte.

"Schwarznase" Lotta nach einem Tag bei mir

Die Mädel wanderten ins vorbereitete Bad und ich holte erst mal tief Luft. Noch immer hatte ich ob der Angst der Kleinen ein schlechtes Gewissen- erst mal mit meiner tierschutzerfahrenen Freundin telefoniert, das Lob (wenigstens zwei weniger!) baute mich etwas auf. Nun, die Angst hielt nicht lange an- nach 24 Stunden wurde zu meiner Erleichterung zum ersten Mal gefressen, im Klo eifrig gescharrt, nach 3 Tagen hörte ich beim Streicheln das erste Schnurren, nach ca. einer Woche war das Spiel mit der Schwester viel wichtiger als alles andere :-)

Nicht lange und das Bad wurde den Rackern zu klein. Meine Großen reagierten sehr unterschiedlich, als die Tür geöffnet wurde. Casey fand die Kleinen unheimlich- kamen sie zu nahe wurden sie angefaucht. Ansonsten versuchte sie ihnen auszuweichen. Fritz fauchte auch zunächst, nach ein paar Tage überraschte er mich mit eigenartigen Lauten wie ich sie noch nie bei ihm gehört hatte. Er lief dabei eifrig hinter den Kleinen her, mein erster Gedanke war "Oh wie schön, sie spielen!". Dann aber sah ich wie er eine kleine an der Kehle packte, sie fest hielt (ich hielt erschreckt die Luft an!) und dann wieder los ließ. Das "Spiel" begann von neuem und ich musste dringend telefonieren *lach*. Meine Erleichterung war groß, Fritzchen verhielt sich ganz normal. Erst dominierte er die Kleinen und als die Sache mit dem Herrn des Hauses geklärt war wurde er zu meiner Freude richtig führsorglich und ein perfekter Mutterersatz!

Die Wochen vergingen, die Zeit der Vermittlung kam näher. Ein weiterer Tierarztbesuch ergab, dass sich der leichte Herzfehler tatsächlich verwachsen hatte. Carla und Lotta (kurz: meine Carlottchens) waren putzmunter und kerngesund.

Ich fing an Zettel mit Fotos in Supermärkten und Futterläden aufzuhängen. Jetzt beichtete ich auch J. M.- hatte ich doch noch etwas Panik keine geeigneten Besitzer zu finden, unerfahren wie ich war. Die Reaktion war typisch und soll hier nicht kommentiert werden. Es wurden Anzeigen geschaltet und Bewerber (leider!) vorgesiebt, es gab dann daraufhin zwei Anrufe, beide waren aber eher desinteressiert und ungeeignet.

Nun, gefunden hab ich die neuen Dosenöffner dann über einen bei dem örtlichen Futterladen aufgehängten Zettel. Das Foto war aber auch unwiderstehlich, nicht war?

Bei dem anschließenden Besuch hatte ich sofort ein super gutes Gefühl, es kam "etwas rüber"- von beiden Seiten wie mir später erzählt wurde. Als ich die beiden dann hin brachte schien es, als hätten sie dort immer gelebt. Sogleich wurde das Wohnzimmer in Beschlag genommen und es tobte das pure Leben :-)))

Im November hab ich die beiden dann zusammen mit Monika besucht- groß sind meine Mädel geworden. Es geht ihnen prächtig dort und auch der alte Kater hat sich inzwischen an das Jungvolk gewöhnt. Er betütelt sie zwar nicht wie Fritz es machte, er akzeptiert sie aber gut. Die Wohnung wurde inzwischen umdekoriert wie mir lachend erzählt wurde, die Gardinen bis auf Weiteres verbannt. Zu Weihnachten hab ich mich sehr über einen selbstgemachten Kalender mit Fotos von Carla und Lotta (inzwischen in Mitzou und Mietzie umbenannt) gefreut. Die aktuellen Bilder zeigen wie gut sich die beiden noch immer verstehen!

die frechere Carla (rote Nase)

auch im November- dieses Foto habe ich nicht selbst gemacht sondern von dem Kalender abfotografiert.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 


 



Cleo- meine erste Katze
Klärchen- unvergessen und auf immer im Herzen
Casey und Fritz- sehr lebendig
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