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Kittenflut
Eines abends wollte ich wieder füttern- das bemerkte ich in der offenen
Strohscheune munteres Gewusel und Toben. Kleine Katzen stoben bei meinem Anblick
in die Höhlen zwischen den Strohballen. Entsetzt holte ich mein Handy hervor und
berichtete J. M. Wieviele es waren? Keine Ahnung, aber bestimmt mehr als zwei
oder drei... Wieder begann heftiges Umhertelefonieren, weit und breit war keine
Pflegestelle für junge Katzen in Sicht, die in Kaltenkirchen nicht genehm.

Am 3. Juli 2008 sieht man auf diesem Foto deutlich den Alterunterschied bei
den Kitten. Ob die Kleine links wohl Lottchen ist?
Nach weiteren Beobachtungen waren es mindestens neun Kleine, einige davon
deutlich älter als der Rest. Die Zeit verging, nichts passierte. Die Jungen
wurden größer, einmal hörte ich einen Laut unter einem Brett, griff drunter und
hatte ein heftig protestierendes Jungkätzchen in der Hand *lach* Mein Schreck
war sicher ebenso groß wie der des kleinen Tigers (mit weißen Pfötchen), ich
ließ ihn schnell wieder runter und er verschwand flott im Stroh. Eines Tages
wollte ich die Leiter in der Futterscheune von der Wand holen- und gewahrte
gleich vier kleine Tiger die eiligst durch den Hinterausgang verschwanden, so
alt waren sie also nun, dass sie schon Katzenfutter fraßen... Ein Gedanke
verfestigte sich in meinem Hirn, wenn ich wenigstens zwei Kleinen eine Chance
bieten konnte...
Mitte Juli sollte es doch noch eine Einfangaktion geben. Unabhängig von J. M.
wollte Frau M. L. mit einer anderen älteren Dame die als erfahrene
Tierschützerin gilt sich der Kleinen annehmen. Wo sollten sie hin? Nach
Kaltenkirchen, so so... Meine Zweifel bewahrheiteten sich leider- die Jungen
wurden nicht erst an die Katzenfalle gewöhnt und angefüttert sondern diese wurde
nachmittags (damals kamen die Kleinen so gegen 20 Uhr zum Spielen und Fressen
raus) ins Stroh gestellt und man zog nach 2 Stunden unverrichteter Dinge wieder
ab.
Nun, ich kam (heimlich) mit Kennel, festen Handschuhen und der leisen Hoffnung
auf die Wiese zwei der Kleinen mögen sich wieder "einfach so" greifen lassen...
(s.h. Zwillinge)
Wochen später fanden sich dann doch noch zwei der sog. "Pflegestellen"- wieder
unerfahren, eine davon wieder völlig ungeeignet. Die verbliebenen Jungen waren
inzwischen kleine wilde Teufelchen, nur in wochenlanger Arbeit zahm zu bekommen.
Mit Hilfe einer manuellen Falle konnten wir gezielt 4 Kleine einfangen, leider
erkrankten die dann auch noch an Katzenschnupfen. Besonders nett war, als wir
eine Kleine (aber durchaus schon im kastrationsfähigen "DIN-4 Format")
einfingen, über Nacht in einer der Boxen, also in gewohnter Umgebung,
unterbrachten und am nächsten Tag M. L. ganz stolz tönte sie hätte die "arme,
kleine Katze" wieder raus gelassen. Leider hatte sie einen Schlüssel zu dem
Vorhängeschloss das wir zum Schutz der Katze/ des Katers? angebracht hatten...
Die Kleinen sind erst Anfang 2009 vermittelt worden, der erste ältere
Wurf ward damals schon nicht mehr gesehen...
Intermezzo
Der Sommer ging seinem Ende zu- noch immer befanden sich unkastrierte Kitten und
deren Mütter auf dem Wiesengelände. J. M. hatte einen Tierarzt aufgetan der
Kastrationen gegen einen " Tierschutzpreis" machen wollte. Die neue Devise hieß
endlich " Alles einfangen zur Kastration was keinen Zacken im Ohr hat" und wir
legten los: Zwei der Mutterkatzen wurden kastriert, ein großer Kampfkater,

noch unkastriert (12. Juni 2008)
eine ca. 5 Monate alte Tigerdame... die erste Rechnung kam, die
Kastrationsaktion wurde wieder abgeblasen. Außerdem seien die Jungen ja
auch noch viel zu klein- die könnten ja erst im Dezember kastriert werden!!!
Eine Mutterkatze jedoch musste noch dringend eingefangen werden- leider hatte
ich sie seit Juni nicht mehr gesehen. Damals ahnte ich aber auch nicht, dass
die Katze wohl schon Junge hatte ...

diese viel zu zarte Maus ist wahrscheinlich die übrig gebliebene
Mutterkatze (das Foto stammt ebenfalls vom 12. Juni, damals muss es im Stroh
schon Junge gegeben haben...)
Der Auftrag sie doch noch einzufangen endete in der 2. Gruselstory....
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