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Gina

Gina am einstigen Futterplatz
Ginchen ist laut Tierarzt ca. 8-9 Jahre alt, dürfte also so
ums Jahr zweitausend herum geboren worden sein. Die meiste Zeit ihres bisherigen
Lebens dürfte sie an der Futterstelle in Norderstedt-Glashütte verbracht haben.
Der ehemalige Futterplatz:
In einer alten Kate lebte dort Frau Schwarz, das ehemalige
Rauchhaus hatte schon ihrem Großvater gehört der mit dem sog. Steertpogg-Karren
Torf nach Hamburg brachte und dort mit Müll zum düngen der mageren Felder wieder
heim kam.

Es lebten dort ursprünglich mehrere Katzen/Kater, zwei Hühner
und laut Anwohner wohl auch ein Hahn- Überbleibsel eines einstigen Bauernhofs
dessen Besitzer wie so viele in Norderstedt auf "Reiterhof" umgesattelt hatte.
Eine der Katzen wurde schon früher immer getrennt gefüttert,
sie traute sich nicht zu dem eigentlichen Futterplatz. Wir vermuten heute, dass es
sich hierbei um Gina handelte.
2008
Nun, irgendwann übernahmen Monika und ich das Füttern, die
Frau, die das ursprünglich machte war verstorben, Frau Schwarz schon sehr alt
und nicht mehr wirklich in der Lage sich zu kümmern. Die Tiere wurden leider
nach und nach weniger: Eine Katze mussten wir einschläfern lassen, wohl ein Hund
hatte ihr schwere Verletzungen zugefügt, einen Kater konnten wir vermitteln, ein
uralter Kater verstarb beim Versuch durch das Kippfenster ins Haus zu gelangen
:-((, ein anderer verschwand einfach.
Gina wurde im Jahr 2008 eingefangen und operiert. Sie hatte
einen Abzess, die folgenden vier Wochen verbrachte sie bei Frau Schwarz hinter
einem Schrank... Danach durfte sie ihr Leben draußen, in den alten, fast
verfallenen Schuppen wieder aufnehmen. Zu sehen bekam ich sie nur selten,
manchmal lag sie auf einem Stuhl, sprang jedoch jedes Mal sofort verschreckt auf
und verschwand in dem Dornengestrüpp das sich auf dem Grundstück breit machte.
Ob und wieviel sie fraß bekamen wir nicht mit.
2009
Diesen September nun verschwand zunächst Tommy- unserer
inzwischen zum Kuschelkater mutierter Streuner wurde trotz intensiver Suche nie
wieder gesehen. In der Nacht hatte Frau Schwarz aus Versehen ihren großen Hund
rausgelassen...
Und plötzlich tauchte nun Gina am Futterhaus auf. Noch immer
sehr zurückhaltend fand sie sich nun aber regelmäßig dort ein, bekam ihr Futter
zusammen mit Kalle serviert. Doch auch diesmal zeigte sie sich sehr
ruhig-schüchtern. Kalle fraß ihr eifersüchtig das Futter weg, sie machte lieber
einen Rückzieher, als sich zu behaupten.
Im Oktober verschwand auch noch Erna, das Rhodeländer-Huhn.
(Etliche Wochen später tauchte sie -nach der Mauser!- wieder auf und darf nun
inmitten einiger anderer Hühner ihren Lebensabend genießen.)
Und Kalle fanden wir in einem Schlafhaus- totkrank. Er konnte nur noch
eingeschläfert werden.
Was wollten wir mit Gina machen??? Die Verhältnisse im Haus
waren katastrophal, die alte Frau konnte schon lange nicht mehr für sich und den
Hund sorgen, wollte aber nicht raus. Schließlich stand abends der Krankenwagen
vor der Tür.
Ich beschloss für mich, es mit Gina zu versuchen.
Vorraussetzung: Sie ist gesund, denn Casey und Fritz sind schon vorbelastet
genug, ich könnte es nicht verantworten, dort neben dem wahrscheinlich
entstehenden Stress auch noch weitere Viren mit einzuschleppen. Wir stellten
also die Falle auf, versuchten alles Mögliche- Gina ging nicht rein. Was tun?
Irgendwann versuchte es Monika mit ihrer umfunktionierten Brötchen "Überwurf"-Kiste
und schon hatte sie Gina :-)
Anschließend fuhr sie gleich mit ihr in die Tierklinik und
kurz darauf hatten wir es schriftlich: Gina war gesund und um 5 Zähne ärmer ;-)
Ich machte also das Bad klar und eine verstörte, vom Flohmittel völlig
durchnässte Katze zog ein....
Ginchens erste Tage in meiner Wohnung waren
gewöhnungsbedürftig für alle Parteien. Da saß die völlig verschüchterte Katze in
ihrem Kennel im Bad, 5 Zähne weniger, d.h. fünf Wunden im Maul, das da der
Appetit stark eingeschränkt ist lässt sich denken. Ich aber saß da und machte
mir Sorgen. Katzen die länger als zwei Tage hungern laufen in Gefahr einen
Leberschaden zu bekommen- das gilt zwar hauptsächlich für übergewichtige Katzen
aber sicher kann man sich nicht sein. Tatsächlich waren wir dann einige Tage
später mit Gina erneut in der Tierklinik wo sie eine Infusion und Schmerzmittel
bekam. Dann ging es weiter: Tagelang saß Gina in der hintersten Ecke ihres
Kennels oder unter dem Waschbeckenschrank. War ich nicht in der Wohnung oder es
war Nacht, dann kam sie raus, hat ein wenig gefressen, auch das Klo benutzt-
hörte sie mich war sie sofort wieder in ihrer vermeintlich sicheren Höhle.
Dann hatte ich mal die Tür aufgelassen und prompt ist Ginchen aus dem Bad ins
Wohnzimmer geschwuppt. Mal saß sie im Wohnzimmer unter meiner Vitrine, im
Bücherregal zwischen und auf den Büchern, dann im Schlafzimmer hinter den
Computer gequetscht oder unterm Bett in einer Kiste, dann wieder im Bad, auf dem
Dielenschrank, unter dem Dielenschrank... Fieserweise hab ich sie überall
entdeckt ;-)
Casey und Fritz waren mächtig erstaunt, es kam ein paar Nächte zu ein wenig
Knurren und Fauchen, mehr nicht. Gina bietet einfach keinerlei Angriffspunkte
und so haben die beiden "Jungspunde" sich erstaunlich schnell an ihre
Anwesenheit gewöhnt.
Leider hat Gina weiterhin extrem wenig gefressen, wie ich dann merkte hat sie
die ersten Wochen nur gefressen, wenn sie alleine im Bad war. So habe ich einige
Nächte mal Gina im Bad eingesperrt, dann wieder über Tage, dann Casey und Fritz
zusammen mit mir im Schlafzimmer... Meine große Angst war, Ginchen "verhungert"
und ich bekomme es nicht mit. Fast zwei Monate später lebte die Katze
erstaunlicherweise immer noch und ich schüttelte über mich selbst den Kopf
*grins*
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