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Candy-Reports: E-mails an einen Freund:
Von Annette aus Norderstedt
Eine Katze kommt ins Haus :-)
9. April 2002, 10:22 Uhr an A.:
unser kleines Sweetheart wird noch ein Anwärter auf die Tapferkeitsmedaille.
Nachdem du weggegangen bist, hat sie sich ins Wohnzimmer gewagt und inspiziert
die Bude nochmal. Irgendwann konnte ich meine Allergieerscheinungen nicht mehr
ertragen und bin dann runtergegangen um meine Tabletten zu holen. Und schwupp,
schwupp, schwupp schnell ans Fenster hinter die Gardinen, da ist es sicher. Ich
hab dann die Pille geschluckt und bin wieder nach oben. Dann wollte ich
frühstücken und bin wieder nach unten, hab aber als erstes im Keller
nachgesehen. Da war sie nicht, dafür raschelte es oben wieder hinter der
Gardine. Ich hab so getan, als sei ich blind und taub und bin wieder in die
Küche.
Kaffemaschine und allgemeines Geklapper in der Küche haben sie aber auch nicht
weiter gestört. Ich also mit dem ganzen Kram wieder nach oben und nun sitze ich
hier und trau mich nicht runter, damit die Lütte bloß keine Panik kriegt.
Na mal sehen. So eine Stunde gebe ich ihr noch, dann werde ich aber wirklich mal
aufstehen und auch nach unten gehen. Mal sehen, was dann passiert.
Sie ist ja so tapfer !!!
9. April 2002, 12:03 Uhr an A.:
die kleine Heldin hockt immer noch ganz unverdrossen hinter der Gardine. Ich bin
inzwischen ein paar mal unten gewesen und hab mich mit ganz normalen Geräuschen
bewegt.
Aber da kann man sie ja gar nicht sehen, der Platz ist also offenbar ziemlich
sicher. Ist ja auch viel wärmer als unten im Keller.
So, und jetzt mach ich mir noch einen Kaffe.
9. April 2002 an D.:
Vorletzte Nacht hat sie erstmal unten rumrandaliert. Das heißt, sie hat ihren
Kratzbaum gefunden und traktiert und ansonsten auch mal die Bude inspiziert.
Unser Leihsofa gefällt ihr offenbar auch ganz gut, da scheint sie nachts
gelümmelt zu haben. Jedenfalls sind da eine Menge Katzenhaare drauf. Leider auch
ein paar Kratzspuren, ich weiß noch gar nicht, wie ich der Möbelfirma beibringe,
dass wir überhaupt keine Katze haben, jedenfalls keine, die so ungezogen ist.
Im Moment habe ich einen extrem empfindlichen Schlaf, ich wache beim kleinsten
Geräusch auf und kann nicht wieder einschlafen, also kriege ich auch diese
Aktionen alle mit.
Letzte Nacht das gleiche Spiel, diesmal allerdings erweitert um die erste Etage:
Erstmal unten ausführliche Inspektionsrunde, dann aber regelrecht wagemutig die
Treppe rauf und siehe da: Auch oben im Flur steht ein Kratzbaum. Also erste
Aktion: Ausführlich Krallies wetzen. Ein wahres Katzenparadies! Dann in eines
der kleinen Zimmer, wahrscheinlich meins. Da muss irgendwas sie erschreckt
haben, denn plötzlich ist sie wie ein geölter Blitz die Treppe runter gestürmt,
dabei hat sie dann wie ein kleiner Rammbock die Papiertüte mit dem Altpapier
plattgemacht. Hat sie wohl in der Eile übersehen, kann ja mal passieren.
Dann aber ziemlich bald unverzagt nochmal nach oben und weiter rumgetobt. Ihre
Spielsachen hat sie inzwischen auch gefunden.
Jedenfalls hat sie sich sogar ins Schlafzimmer getraut und da zwei Runden
gedreht. Da war ich echt beeindruckt. Als A. dann zu schnarchen anfing, ist sie
aber wieder raus.
Heute morgen hat sie sich wieder aus dem Keller gewagt und im Erdgeschoß nochmal
alles bei Tageslicht begutachtet. Dabei konnten wir mal einen kurzen Blick auf
unsere kleine Süße werfen: Sie ist ja bildschön und zweifellos
überdurchschnittlich intelligent, das sieht man gleich :-)
Sie ist dann hinter die Vorhänge umgezogen und seitdem hockt sie dort.
Ist sie nicht eine Heldin ??? Wir lieben sie !!!
Außerdem ist sie ganz schön verfressen. Ihr Futter wird immer gleich verspeist,
restlos.
P.S. Ich glaube, es ist zwecklos, sie umzutaufen. Ihr ist es vermutlich egal und
sie fragt sich immer noch, wer eigentlich Candy ist, aber A. und ich haben uns
schon so an den Namen gewöhnt. Da kann man wohl nix machen.
10. April 2002 an D.:
Mit Trick 17 und Selbstüberlistung konnte ich das kleine Schätzchen heute mal in
voller Schönheit sehen. Sie hat sich nicht etwa zur Schau gestellt, nein, ich
musste mich ganz still verhalten, oben im Flur auf dem Bauch vor der Treppe
liegen, den Oberkörper so weit vorgeschoben, dass ich durch die
Treppenzwischenräume linsen und sie ganz heimlich mal sehen konnte. Ich kam mir
vor wie ein Voyeur. Aber das trainiert die Bauch- und hinteren Beinmuskeln.
Dabei musste ich feststellen, dass sie nicht nur überdurchschnittlich
intelligent und bildschön, sondern möglicherweise auch ein klein wenig mollig
ist. Nicht wirklich fett, und die paar Gramm Übergewicht stehen ihr ja auch
ausgezeichnet, aber vielleicht eben doch ein ganz klitzeklein wenig zu gut bei
schick. Das wird sie sich aber wohl jetzt bald abtrainiert haben denn an
Bewegung mangelt es ihr zur Zeit jedenfalls nicht. Jede Nacht galoppiert sie die
Treppen rauf und runter, vom Keller über Erd- und Obergeschoß auf den Boden und
zurück , und das mehrmals hintereinander.
11. April 2004, 8:47 Uhr an A.:
eine der letzten Domänen der Männerwelt wurde erobert: dicke weiße Haarbüschel
auf deinem Schreibtischstuhl !!!
11. April 2004, 14:55 Uhr an A.:
Sie mag mich nicht! Jedesmal, wenn sie mich sieht, haut sie schleunigst ab,
manchmal sogar unter knurren. Und wenn ich in der Nähe bin, kommt sie gar nicht
erst aus ihrem Versteck.
Ich bin frustiert!!! Du scheinst da bessere Karten zu haben.
12 April 2002 an D.:
der schlagende Beweis ihre überdurchschnittliche Intelligenz: Sie hat die letzte
Nacht auf Andreas´ Schreibtischstuhl vorm PC verbracht!
Ansonsten lässt sie sich weiterhin nicht blicken, randaliert allerdings nachts
zunehmend herum. Es klingt, als zerlege sie das gesamte Mobiliar, bis jetzt ist
aber noch alles heil und unversehrt, auch die Gardinen (toi, toi, toi).
15. April 2002 an A.:
den Swiffer scheint sie ja sehr spannend zu finden. Sie hat jedenfalls meine
Putzaktion mit sehr viel Interesse und Aufmerksamkeit verfolgt und man durfte
mit dem Teil sogar ziemlich nah an sie ran.
Ich seh es schon kommen: Bald müssen wir jeden Abend mit dem Teil durch die
Bude, damit Candy ihre Spiel- und Bewegungseinheiten bekommt, egal ob ich
allergisch bin oder nicht.
17. April 2002 an D.:
Natürlich sollst du weiterhin teilhaben, allerdings war ich in den letzten zwei
Tagen nicht so gut zu Wege, der Trigeminus macht wieder ziemliche Zicken.
Aber nun zu unserem kleinen Schätzchen.
Samstag Nachmittag der Durchbruch:
Candy ist hinter der Gardine hervorgekommen und hat sich an uns vorbeigewagt!
Sie lümmelt jetzt ganz offen in den Zimmern herum und läuft nicht mehr gleich
weg, wenn sie einen von uns sieht. Außerdem hat sie jetzt endlich die Vorzüge
ihres Körbchens entdeckt.
An streicheln oder gar schmusen ist natürlich bei weitem noch nicht zu denken.
Die Entwicklung schreitet jetzt auch deutlich langsamer voran. Immerhin sehe ich
sie jetzt wenigstens mal und bekomme so langsam eine genauere Vorstellung, wie
denn unser Sweetheart genau aussieht. Dabei habe ich festgestellt, dass sie
einen ziemlich kleinen und dünnen Schwanz hat. Aber egal, sie ist ja schließlich
ein Mädchen.
Sie scheint jetzt so etwas wie Gewohnheiten zu entwickeln, denn nach dem
Frühstück und dem Morgenscheißerchen zieht sie sich auf den Boden zurück und
zelebriert unter dem Schrank das Vormittagsschläfchen. Unsere Katze ist dann
noch genau 5 cm hoch. Irgendwann kommt sie wieder runter, aber so richtig
geheuer ist ihr alles noch nicht.
Wenn ich die Bude mit dem Swiffer durchmobbe, ist sie ganz interessiert. Also
habe ich an den Mob ein Spielzeug gebunden und mobbe nun immer mit Geraschel und
Geklingel durchs Haus. Das findet Candy ziemlich spannend. Ich glaube,
irgendwann wird sie hinter dem Besen herspringen und auf täglichem Bodenputzen
bestehen, aber das dauert wohl noch.
Abends versuche ich mit ihr zu spielen, aber sie ist so misstrauisch, das wird
alles noch nix.
Heute abend habe ich mit den Brekkies zugeschlagen. Natürlich habe ich sie damit
nicht vertrimmt, aber ich habe mit den Teilen nach ihr geworfen und dabei die
Abstände verkürzt, damit sie mal dicht an mich herankommt.
Die letzten Brekkies habe ich sie dann direkt vor meiner Nase vom Teller essen
lassen und mich dabei nicht gerührt. Anfangs war sie noch argwöhnisch und hat
die Brekkies einzeln vom Teller geschnappt und in die Ecke getragen, wo sie sie
dann in Sicherheit verspeisen konnte. Aber irgendwann siegte die Gier und sie
hat sich vor den Teller gehockt und gefuttert. Ich denke, das Spielchen treiben
wir morgen früh noch mal und morgen abend versuchen wir es dann mit
aus-der-Hand-fressen.
Ihre nächtlichen Sportübungen sind weniger geworden. Oder wenigstens weniger
laut. Vielleicht haben wir uns auch nur daran gewöhnt, aber ich glaube, sie
bewegt sich jetzt tagsüber mehr und hat daher nachts nicht mehr so viel
überschüssige Energie.
as sind die Neuigkeiten von der Katzenfront. Ich hoffe, ich habe nichts
Entscheidendes ausgelassen.
Ach ja, neulich beim Friseur hat mir die Friseurin von dem Kater einer Kollegin
erzählt, der zur Zeit auf Diät ist. Stell dir vor, das Tier wiegt 9,5 (in
Worten: Neuneinhalb) Kilo. Das muss eine Kampfkatze sein.
Ich bin schon neugierig, wie viel Candy wiegt, das ist ja auch für die Bemessung
der Futterration interessant. Sie ist nämlich ganz schön verfressen. Aber 9,5
Kilo bringt sie nicht auf die Waage. Außerdem ist sie gar nicht so mopsig wie
ich anfangs dachte.
So, das sind nun wirklich alle Neuigkeiten rund um Candy.
18. April 2002 an D.:
Heute morgen hat die Brekkie-Nummer gar nicht funktioniert!
Sie ist eben clever und hat das Spiel sofort durchschaut.
20. April 2002 an D.:
Oh Gott, sie hat nicht nur O-Beine, ihre ganze Figur erinnert an einen
Sumo-Ringer!
24. April 2002 an D.:
SIE HAT UNSER HEILIGES SOFA ZERKRATZT !!!!
Ich bin entsetzt! Muss sie jetzt wieder ins Heim? Oder muss ich das mit einem
Tier-Psych besprechen?
Gerade gestern hatten wir gejubelt, dass wieder eine Katze im Haus ist, wir
haben nämlich im Garten, direkt an der Hauswand Mäusenester gefunden (endlich
kleine Spielkameraden für unser Schätzchen, und austoben kann sie sich bei der
Gelegenheit auch noch). Nun ist die Freude natürlich ein wenig getrübt. Wir
trauen uns nicht mehr gleichzeitig aus dem Haus, wer weiß, was sie sonst noch so
alles kleinholzt. Da kann man ja dankbar sein, dass es nur eine ist und kein
Pärchen.
Hoffentlich können wir sie bald rauslassen. Aber so schisserig wie sie ist, kann
das noch Monate und eine ganze Wohnungseinrichtung dauern.
Und Sumo-Ringer ist wirklich noch geschönt. Genau genommen sieht sie aus wie ein
Pitbull !
Aber ich hab das im Katzenbuch nachgelesen. Dieser Körperbau ist kennzeichnend
für edle Kartäuserkatzen, also völlig normal für unsere Candy.
Im übrigen scheint sie sich langsam einzugewöhnen. Sie wälzt sich jetzt
ausgiebig auf dem Fußboden (manchmal klingt es dabei, als schnurre sie ganz
vorsichtig, aber das kann ich mir natürlich auch einbilden) und verteilt Haare,
vorzugsweise, wenn jemand sie dabei beobachtet. Außerdem maunzt sie mich an,
meistens wenn sie der Auffassung ist, dass Futterzeit ist. Manchmal sieht es so
aus, als wolle sie mir um die Beine streichen, aber sie traut sich dann doch
nicht. An anfassen ist noch lange nicht zu denken. Sobald man ihr zu nahe kommt,
kratzt sie völlig verschreckt die Kurve. Hände und Füße sind für sie offenbar
was Gefährliches. Wahrscheinlich ist sie mal irgendwo geschlagen und getreten
worden. Anders kann ich mir das nicht erklären. Hoffentlich merkt sie mit der
Zeit, dass sie bei uns nicht geschlagen sondern gestreichelt wird. Mal völlig
davon abgesehen, dass wir sie ja irgendwann auch mal zum Tierarzt bringen
müssen.
10 Mai 2002 an D.:
Inzwischen ist sie schon zutraulicher geworden und sie spielt viel. Ich würde
fast sagen, sie hat sich eingelebt. Wenn ich die Hand ausstrecke und lange genug
auf sie einrede kommt sie manchmal und "gibt Köpfchen". Aber nur ganz kurz, dann
springt sie schnell wieder weg. Wenn sie sehr gut aufgelegt ist, darf ich auch
ein- oder zweimal mit einem Finger am Kopf streicheln. Und geschnurrt wird jetzt
schon ganz laut, das klingt wie ein Außenborder, aber ganz anders als bei
Salome. Auch das Miau hört sich ganz anders an. Salome hat ja nicht viel gemaut,
vielleicht bilde ich mir deshalb ein, bei Candy klinge das Miau so kläglich.
Aber sie würde dann ja wohl nicht schnurren und sich auf dem Rücken wälzen,
glaube ich.
Das Brekkie-Spiel spielen wir jetzt jeden Abend. Ich sitze in der Küche und
halte eine Hand hin und locke sie an, dann gibt sie Köpfchen oder ich darf mal
kurz am Kopf kraulen und dann muss ich den Brekkie möglicht weit quer durch die
ganze Wohnung werfen und Candy jagt hinterher. Das findet sie ganz toll, je
weiter desto besser. Anfassen ist aber zur Zeit nur in der Küche erlaubt,
komisch, vielleicht glaubt sie, dass wir im Wohnzimmer doch beißen.
Sie beginnt jetzt auch mit detaillierteren Erkundungen des Obergeschosses. Also
wieder alle Kleiderschränke zu und keine Pullover rumliegen lassen. Du weißt ja,
die kleinen Biester lümmeln mit besonderer Vorliebe auf schwarzen Klamotten
herum.
Es ist allerdings für uns jetzt ausgesprochen schwierig, in den Garten zu
kommen, weil Candy ja noch nicht raus soll. Einer muss immer die Tür bewachen,
während sich der andere möglichst schnell rausschlängelt. Aber sie ist ja nicht
doof. Inzwischen hat sie spitzgekriegt, dass da eine Tür aufgeht und stellt sich
schon in Startpositur, wenn einer von uns an der Terrassentür rumfummelt. Wir
müssen ja hin und wieder mal den Rasen mähen, und die Oleander brauchen jetzt
auch täglich Wasser. Wenn das man noch lange gut geht.
Soweit der Candy-Report. Sie ist uns schon so ans Herz gewachsen und wir lieben
sie jeden Tag mehr.
… ein Jahr später …
9. Juni 2003 an D.:
Nun ist es raus: Wir haben eine Hochbegabten-Katze!
Sie kann die Uhrzeit lesen, das merkt man daran, dass morgens und abends stets
zur gleichen Zeit laut miauend das Futter eingefordert wird. Wirklich, abends
zeigt die Uhr immer exakt zehn nach sechs, wenn das Geschrei losgeht. Und wehe,
es rührt sich nichts. Dann wird das gute Ledersofa mit den Krallen bearbeitet.
Aber auch wirklich nur dann, wenn auch jemand im Haus ist, der sich darüber
gebührend ärgert und sofort in die Küche zur Fütterung sprintet. Sonst lohnt es
sich ja nicht, Kräfte darauf zu verschwenden.
Außerdem weiß sie, dass jeden Freitag Tante Natascha kommt, sie kennt den
Unterschied zwischen Oma Eva und Oma Christel (bezogen auf ihr Katzendasein gibt
es da nämlich keinen, beide machen immer gutschi gutschi gutschi!) und sie
erkennt Tante Meral wieder, obwohl die nur zweimal im Jahr, nämlich während
unseres Urlaubs, zum Einhüten kommt. Jeden Tag verfolgt sie im Fernsehen
aufmerksam die Simpsons. Das ist ihre Lieblingsserie. Und sie weiß, wenn die
blaue Kuscheldecke auf das Sofa gelegt wird, hat Mami kalte Füße und Candy muss
zum wärmen kommen.
Außerdem kann sie die Wochentage unterscheiden. Sie weiß, wann Samstag und
Sonntag ist, dann bekommt sie nämlich ein zweites Frühstück auf einem kleinen
rosa Katzenteller direkt an (nicht auf!) unserem Frühstückstisch. Und wenn nicht
der Immobilienteil der aktuellen Zeitung darunter liegt, verweigert sie das
Frühstück. Überhaupt liest sie jeden Morgen die aktuelle Tageszeitung, man muss
als Hauskatze schließlich informiert bleiben. Jeden Morgen liegt sie nach ihrem
Frühstück vor dem Bett und wartet darauf, dass ein Teil nach dem anderen aus dem
Bett zu Boden wandert und legt sich dann gemütlich zum Zeitungslesen darauf. Sie
gibt die Zeitung erst dann frei, wenn begründete Hoffnung besteht, dass noch mal
aus der Brekkie-Dose nachgelegt wird.
Ja, so ist das Leben mit einer hochbegabten Katze.
Wir denken zur Zeit ernsthaft darüber nach, wie wir die Intelligenz unseres Tier
angemessen fördern können. Wird es ihr gerecht, wenn sie an mehreren Tagen
wöchentlich einen gemischten Hochbegabten-Kleintier- Zirkel besucht? Kann sie
dort vielleicht noch eine Fremdsprache erlernen? Aber werden ihre musischen
Fähigkeiten dort nicht möglicherweise vernachlässigt? Oder die
strategisch-analytischen Denkfähigkeiten nicht angemessen gefördert? Ich denke
da z.B. an marodierende Möpse, die Schachfiguren apportieren statt eine
anspruchsvolle Partie zu spielen. Oder diese hirnlosen Hamster, die ihre
Beinmuskulatur stählen statt das Vakuum in ihrem Kopf sinnvoll aufzufüllen.
Ist es da nicht viel sinnvoller, einen Personal-Trainer für Candy zu engagieren,
der ja viel besser auf ihre Talente eingehen kann? Aber ist das nicht wieder zu
anonym?
Nein, ich glaube, was sie wirklich braucht, ist eine ganztägige Rundumbetreuung
mit individueller Förderung, wie sie nur eine liebende Katzenmutti bieten kann.
Mau
A.
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